U-Bahn Linienfahrzeuge F74-79

U-Bahn Linienfahrzeuge F74-79; F74E

U-Bahn 2668, Hauptbahnhof, 2014

Die Baureihe F der Berliner Verkehrsbetriebe bei Wikipedia.

Die Großprofil-Baureihe F ist eine der vier nach dem Zweiten Weltkrieg konstruierten Baureihen für das Großprofilnetz der Berliner U-Bahn. Zwischen 1973 und 1994 wurden insgesamt 257 Doppeltriebwagen in sieben Serien ausgeliefert. Die einzelnen Serien unterscheiden sich dabei sehr stark in Aussehen und Antrieb der Wagen.

Der Prototyp mit der Nummer 2500/2501 wurde ab 1973 auf der Berliner U-Bahn getestet. Nach erfolgreichen Fahrversuchen begann die Serienauslieferung im darauffolgenden Jahr. Bis Ende 1981 konnten so schon 112 Doppeltriebwagen ausgeliefert werden (Serien F74 bis F79). Sie waren nötig, um die Wagen der Vorkriegsbaureihe C ersetzen zu können.

Der Nachfolger der BVG-Baureihe F ist die Großprofil-Baureihe H. Weiter …

F74.0   Technische Daten F74:
Wagenkasten:

Länge Doppeltriebwagen: 32,10 m

Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h

Leergewicht Doppeltriebwagen: 38,1 t

zul. Gesamtgewicht Doppeltriebwagen: 63,7 t

Sitz-/Stehplätze: 76/159

Antrieb: Zweiachslängsantrieb

Steuerung: Schaltwerk

Motorleistung: 4×135 kW Gleichstrom-Motor

nach Modernisierung Bezeichnung F74E

2500/2501 1973 Prototyp, Einrichtung für autom. Betrieb auf der U9;
stationiert im Bw Seestr. (Stand 01.2003);

2500/2501 in 2006 Schrott;

Wagenskizzen;

Foto: U-Bahn 2500, Seestr., 1998

F74.1    
2502/2503 bis 2528/2529 1974 Einrichtung für autom. Betrieb auf der U9;
2502/2503-2516/2517, 2518/2519-2528/2529 stationiert im Bw Seestr. (Stand 01.2003);

2502/2503-2516/2517, 2520/2521-2528/2529 stationiert im Bw Friedrichsfelde (Stand 03.2007);

2518/2519 in 2007 Schrott;

2502/2503-2516/2517, 2520/2521-2526/2527 in 2012+2013 modernisiert in F74E

F74.2    
2530/2531 bis 2548/2549 1974/75 Einrichtung für autom. Betrieb auf der U9;
2544/2545 in 2009 abgestellt;

2530/2531-2548/2549 stationiert im Bw Seestr. (Stand 01.2003);

alle stationiert im Bw Friedrichsfelde (Stand 03.2007);

2532/2533 in 2013 modernisiert in F74E;
2540/2541, 2542/2543, 2546/2547, 2548/2549 in 2017 modernisiert in F74E;

Foto: U-Bahn 2538, Voltastr., 2005;

F74.3    
2550/2551 bis 2554/2555 1975 Einrichtung für autom. Betrieb auf der U9;
2550/2551-2554/2555 stationiert im Bw Seestr. (Stand 01.2003);

alle stationiert im Bw Friedrichsfelde (Stand 03.2007);

2554/2555 in 2013 modernisiert in F74E;
2552/2553 in 2017 modernisiert in F74E;

F74E 2502/2503 bis 2516/2517;
2520/2521 bis 2538/2539; 2550/2551,

2554/2555

Bezeichnung der modernisierten F74-Doppeltriebwagen
F76   Technische Daten:
Wagenkasten:

Länge Doppeltriebwagen: 32,10 m

Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h

Leergewicht Doppeltriebwagen: 37,8 t

zul. Gesamtgewicht Doppeltriebwagen: 63,3 t

Sitz-/Stehplätze: 76/159

Antrieb: Zweiachslängsantrieb

Steuerung: Schaltwerk

Motorleistung: 4×135 kW Gleichstrom-Motor

2556/2557 bis 2636/2637 1977/78 Einrichtung für autom. Betrieb auf der U9;
2556/2557-2636/2637 stationiert im Bw Seestr. (Stand 01.2003);

2556/2557-2620/2621, 2624/2625, 2626/2627, 2630/2631-2636/2637 stationiert im Bw Friedrichsfelde (Stand 03.2007);

2628/2629 Schrott;

Foto: U-Bahn 2588, Voltastr., 2005;

Foto: U-Bahn 2595, Voltastr., 2005;

Foto: U-Bahn 2618, Voltastr., 2005;

Foto: U-Bahn 2628, Seestr., 1998;

Foto: U-Bahn 2601, Friedrichsfelde, 2004;

F76E   neue Bezeichnung nach Modernisierung durch Vossloh Kiepe und IFTEC
2622/2623, 2586/2587, 2602/2603 2014  
2558/2559, 2568/2569, 2600/2601, 2564/2565, 2624/2625, 2582/2583, 2590/2591, 2594/2595, 2614/2615, 2556/2567,
2598/2599
2015  
2566/2567, 2596/2597, 2606/2607, 2620/2621, 2580/2581, 2562/2563, 2634/2635, 2578/2579, 2572/2573, 2578/2579 2016  
  2588/2589, 2556/2557, 2558/2559, 2564/2565, 2570/2571, 2590/2591, 2630/2631, 2632/2633, 2610/2611, 2612/2613, 2560/2561, 2584/2585, 2574/2575, 2576/2577,
2608/2609, 2616/2617,
2618/2619, 2604/2605
2017  
F79.1   Technische Daten F79.1,2:
Wagenkasten:

Länge Doppeltriebwagen: 32,10 m

Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h

Leergewicht Doppeltriebwagen: 39,4 t

zul. Gesamtgewicht Doppeltriebwagen: 63,6 t

Sitz-/Stehplätze: 72/178

Antrieb: Zweiachslängsantrieb

Steuerung: Schaltwerk

Motorleistung: 4×150 kW Gleichstrom-Motor

2638/2639 bis 2656/2657 1980/81 Einrichtung für autom. Betrieb auf der U9; 2638/2639: Schienenschmierzug;
2638/2639-2656/2657 stationiert im Bw Seestr. (Stand 01.2003);
2638/2639-2652/2653 stationiert im Bw Friedrichsfelde (Stand 03.2007);
2654/2655 Schrott; 2656/2657 in 2007 Schrott;
2640/2641 in 2017 ausgemustert;

Foto: U-Bahn 2649, Alexanderplatz, 2005;

Foto: U-Bahn 2653, Alexanderplatz, 2005;

2658/2659 bis 2670/2671 1981 2670/2671: Schienenschmierzug;
2658/2659-2670/2671 stationiert im Bw Seestr. (Stand 01.2003);

alle stationiert im Bw Friedrichsfelde (Stand 03.2007);

Foto: U-Bahn 2660, Hauptbahnhof, U55, "Brandenburger Tor", 2009;

Foto: U-Bahn 2660, Hauptbahnhof, U55, "Hauptbahnhof", 2009;

Foto: U-Bahn 2661, Hauptbahnhof, 2009;

Foto: U-Bahn 2668, Hauptbahnhof, 2009;

Foto: U-Bahn 2669, Hauptbahnhof, U55, "Brandenburger Tor", 2009;

Foto: U-Bahn 2669, Brandenburger Tor, U55, "Bundestag", 2009;

F79.2    
2672/2673 bis 2710/2711 1979/80 2672/2673-2680/2681, 2684/2685, 2688/2689, 2702/2703 stationiert im Bw Seestr. (Stand 01.2003);
2682/2683, 2686/2687, 2690/2691-2700/2701, 2704/2705-2710/2711 stationiert im Bw Britz (Stand 01.2003);

2676/2677-2680/2681, 2684/2685, 2686/2687, 2690/2691-2696/2697, 2700/2701, 2704/2705, 2708/2709 stationiert im Bw Britz (Stand 03.2007);

2672/2673, 2674/2675, 2682/2683, 2688/2689, 2698/2699, 2702/2703, 2706/2707, 2710/2711 stationiert im Bw Friedrichsfelde (Stand 03.2007);

Foto: U-Bahn 2678, Seestr., 1998;

Foto: U-Bahn 2704, Friedrichsfelde, 2002

F79.30   Technische Daten F79.3x:
Wagenkasten:

Länge Doppeltriebwagen: 32,10 m

Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h

Leergewicht Doppeltriebwagen: 42,6 t

zul. Gesamtgewicht Doppeltriebwagen: 67,8 t

Sitz-/Stehplätze: 72/174

Antrieb: längsliegender Einzelachsantrieb

Steuerung: Wechselrichter

Motorleistung: 8×89 kW Drehstrommotor

2712/2713 bis 2716/2717 1980/81 Drehstromantrieb
2712/2713-2714/15 nach Jungfernheide in den Feuerwehrübungstunnel der BVG;

2716/2717 getrennt in 2004 im Bw Britz aufgestellt;

2716/2717 in 2006 Schrott;

F79.31    
2718/2719 + 2720/2721 1980/81 Drehstromantrieb;
2718/2719 stationiert im Bw Britz (Stand 01.2003);

2718/2719 getrennt in 2004 im Bw Britz aufgestellt;

2720/2721 ohne Drehgestelle in 2004 im Bw Britz;

2718/2719+2720/2721 in 2006 Schrott;

Foto: U-Bahn 2720, Seestr., 1998

F79.32    
2722/2723 1981 Drehstromantrieb
alle stationiert im Bw Britz;

2722/2723 getrennt in 2004 im Bw Britz aufgestellt;

2722/2723 in 2006 Schrott;

Wagenbauliches

Der Wagenkastenaufbau ist schlicht und in Leichtmetallbauweise ausgeführt. Von außen sind die Züge sofort an ihren rechteckigen Scheinwerfern und der geänderten Wagenfront (ab F76 auch größere Stirnfenster; andere Scheibenwischer) erkennbar. Die Vorlage für den Aufbau lieferten die Leichtmetallzüge der Baureihe DL, die dann bei den F-Zügen verbessert wurde. Dies ermöglicht bei den U-Bahnzügen des Typs F eine maximale Anfahrbeschleunigung von bis zu 1,5 m/s².

Auch zwischen den einzelnen Wagen des Typs F gibt es weitere Unterschiede in Technik und Design. So haben alle U-Bahnwagen der ersten Bauart F74, vom Standard-Typ F abweichend, in Anlehnung an die Baureihe D eine im oberen Teil geneigte Stirnfront sowie kleinere Scheinwerfer, die getrennt als Lampen in rechteckigen Rahmen zusammengefasst sind. Ab den Zügen des Typs F79 kamen Fallblattanzeiger zum Einsatz, welche erstmals Liniennummern erhielten und je nach Linie einen anderen farblichen Hintergrund hatten. Diese wurden ab den 1990er-Jahren durch Brosebänder ersetzt. Die F90/92 besaßen diese Brosebänder ebenfalls mit Liniennummern bereits ab Werk. Die einzige Schaltwerker-Serie, die bisher Liniennummern in den Brosebändern bekamen, waren die F79. Dies ändert sich mit dem Ertüchtigungsprogramm des Typs F, denn dort sollen die dann als F76E ertüchtigten Züge ebenfalls ein Linien-Zielrollband erhalten.

Bei den zuletzt gebauten Wagen des Typs F (ab Bauart F84) mit Drehstromantrieb ist optisch vor allem durch die Schwenkschiebetüren und das schwarze Frontfensterband als Folge der umgestalteten Schlupftür ein Unterschied auszumachen.

Gegenüber den DL-Wagen sind die F-Züge 20 cm länger, wodurch zum einen die Fahrerkabine und zum anderen die lichte Weite der Türen vergrößert werden konnte. Die Baureihe F ist die einzige, in der auch Quersitze vorhanden sind. Lediglich der Zug Nr. 5018 der Baureihe H hat auf einer Seite auch Quersitze eingebaut, in den Triebwagen (5018-1 und 5018-6) jedoch wurde darauf verzichtet. Möglich ist dies, da die Wände des Wagenkastens verdünnt wurden, um so indirekt mehr Platz in der Fahrgastzelle zu schaffen.

Die zulässige Höchstgeschwindigkeit aller F-Züge beträgt 70 km/h, wobei die Drehstromzüge ursprünglich für 80 km/h ausgelegt waren.

Typen

Im Allgemeinen werden die Schaltwerk-Typen F74 bis F79 sowie die Drehstrom-Typen F84 bis F92 zusammengefasst. Eine Ausnahme bildet dabei die Unterserie F79.3, die gegenüber den Vorgängerserien einen Drehstromantrieb aufweist. Dieser wurde bei den späteren Serien weiter übernommen. Jedoch ist kein Fahrzeug der F79.3 mehr im Verkehr. Der Grund dafür, dass diese Wagen ausschieden, war die zu teuere und aufwändige Ersatzteilbeschaffung. Die letzten „Überreste“ dieser Klein-Generation verblieben am U-Bahnhof Jungfernheide als Feuerwehr-Übungsfahrzeuge.

Eine weitere Besonderheit wies die F76-Einheit 2578/79 auf, die als erster U-Bahnzug Europas mit Drehstromtechnik ausgeliefert wurde. Optisch unterschied er sich durch eine rote Bauchbinde mit der Aufschrift „Erster U-Bahnzug mit Drehstromtechnik“. Die Technik wurde im Frühjahr 1980 ausgebaut und der Doppeltriebwagen baulich den restlichen F76-Einheiten angepasst.

Äußerlich sind die zuletzt gelieferten Fahrzeuge daran zu erkennen, dass die Türen bündig mit dem Wagenkasten abschließen und nicht eingezogen sind. Es handelt sich hierbei um Außenschwenkschiebetüren. Der Vorteil der Türen ist die Vereinfachung der Kastenkonstruktion durch die entfallenen Türtaschen und die erleichterte mechanische Außenreinigung.

Die Doppeltriebwagen 2500/2501 bis 2554/2555 (d. h. der gesamte Wagenpark der F74) sowie diverse F76 und F79 waren mit LZB für den halb-automatischen Betrieb ausgerüstet, sie verkehrten so bis Ende der 1990er-Jahre auf der U9. Diese wurde ausgebaut, da sie als veraltet galt.

Züge des Typs F79 kommen seit dem 8. August 2009 auf der neuen U-Bahn-Linie 55 zum Einsatz, da die moderneren Züge der Baureihe H nicht teilbar sind.[1] Dies betrifft die sanierten Wagen 2658/59, 2660/61, 2668/69 und 2674/75. Der Doppeltriebwagen 2660/61 wurde jedoch von der U55 wieder abgezogen und ist seitdem auf den von der Betriebswerkstatt Friedrichsfelde bedienten Linien U5, U8 und U9 anzutreffen.

Modernisierung

Die Schaltwerk-Serien F74 sind seit Ende Dezember 2011 einer Komplettmodernisierung bzw. -ertüchtigung unterzogen worden. Sie wurden technisch aufgewertet, im Innenraum wie die Wagen auf der Linie U55 farblich gestaltet und mit einem Mehrzweck-Abteil ausgestattet. Außerdem wurde die Türmechanik grundlegend verändert: Die Griffe wurden durch Drucktasten ersetzt, ebenso kam eine neue Druckluftsteuerung hinzu. Diese Züge sind auch weiterhin mit dem Rest der F-Serie kuppelbar. Die Baureihen F76 und F79 sollen ebenfalls dieser technischen Modernisierung unterzogen werden. Der erste Doppeltriebwagen der Baureihe F74 wurde bis Juni 2012 ertüchtigt und war derzeit ausschließlich auf der U5 im Einsatz, allerdings auch nur in der Zugmitte. Fortan wird er als F74E bezeichnet. Nach mehreren Test-Fahrgastfahrten auf der Linie U5 verkehrt diese Einheit jetzt auch auf anderen Linien, zum Beispiel auf der U8 und nun auch an der Spitze.

Einsatz

Die Typen F74 bis F79 fahren vornehmlich auf der U9, die seit dem Einsatzbeginn ihre Stammstrecke ist. Auch sind sie seit der Ausmusterung des Typs D auf den Linien U5 und U8 anzutreffen, wo jedoch häufiger die BVG-Baureihe H eingesetzt wird. Die Drehstrom-F-Züge fahren ausschließlich auf den Linien 6 und 7, seltener auch auf der U8 und U9. Bis 2004 war die Linie 8 Stammeinsatzgebiet der Drehstrom-Züge.