S-Bahn Berlin Geschichte – 2005 – 10 Jahre S-Bahn Berlin GmbH

8. 2005 – 10 Jahre S-Bahn Berlin GmbH

(Quelle: www.punkt3.de)

 

Zehn Jahre jung ist die S-Bahn Berlin GmbH seit dem 1. Januar 2005: "Die Entscheidung des Vorstands der Deutschen Bahn 1994, die S-Bahn als selbständiges Unternehmen auszugründen, hat sich als goldrichtig erwiesen", erklärt Günter Ruppert, Sprecher der Geschäftsführung (in der er seit Anbeginn dabei ist).

"Die S-Bahn Berlin ist heute eine feste Größe im Verkehrsmarkt der Bundeshauptstadt. Sie ist längst wieder zu einem Wahrzeichen und Aushängeschild der Stadt geworden, Berliner in Ost und West nutzen sie inzwischen gleichermaßen. Sie verbindet die Teile der Stadt wieder zu einem Ganzen."

 

Fuhren 1995 noch 245 Millionen Fahrgäste mit den rot-gelben Zügen, waren es 2004 schon über 318 Millionen, eine stolze Steigerung um 30 Prozent in 10 Jahren. Dieser Erfolg sei auch möglich geworden dank das finanziellen Engagements des Bundes bei der Wiederherstellung des S-Bahnnetzes, des großen Ehrgeizes der Eisenbahner und der nachhaltigen Forderung der Bevölkerung nach Sanierung und Ausbau der S-Bahn."

 

Das S-Bahnnetz ist wieder fast im Umfang von 1961 neu entstanden

1990 umfasste das S-Bahnnetz 245 km, davon nur 71 im Westteil der Stadt. "Der Bund hat mehr als 3 Milliarden Euro seit 1990 zur Verfügung gestellt, um das von der Berliner Spaltung schwer getroffene S-Bahn- Netz wieder annähernd in den Umfang von 1961 zu versetzen und dabei grundhaft zu sanieren und in großen Teilen sogar komplett neu aufzubauen", erinnert Günter Ruppert. "So verfügen wir heute über Strecken mit einer Gesamtlänge von 331 km, 16 Lücken im Netz innerhalb Berlins und zum Brandenburger Umland wurden geschlossen!"

Das Durchschnittstempo der S-Bahn erhöhte sich von 1995 bis heute von 36,1 auf 38,3 km/h, angestrebt werden 41,0 km/h. Für das engmaschige Netz der S-Bahn, wo auf Grund der Bahnhofsdichte und Trassierung oft nur Geschwindigkeiten von 50 bis 60 km/h erreichbar sind, ist das eine beachtliche Leistung, so der S-Bahn-Chef.

"Im Erneuerungsprozess hat sich die Ausgründung der S-Bahn als richtige Entscheidung erwiesen. Zwar sind die meisten Lücken nun geschlossen, doch dafür gewinnt die Erneuerung der seit Jahrzehnten betriebenen Netzteile und die Sanierung von Bahnhöfen weiter an Bedeutung."

Zahlreiche Bahnhöfe wurden bereits – auch unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes – überholt, 80 Prozent sind inzwischen behindertengerecht. "Wir sind deshalb keineswegs eine Museums-Eisenbahn im Charme der 20er Jahre, sondern verfügen über ein modernes, für die heutigen Anforderungen taugliches Verkehrsmittel. So verjüngte sich innerhalb weniger Jahre das durchschnittliche Alter des Fahrzeugparks von rund 44 Jahren auf derzeit nur noch 7 Jahre. Wir lösten die Altbaureihen der 20er und 30er Jahre komplett ab und ersetzten sie durch die neuentwickelte Baureihe 481, investierten in 500 Viertelzüge rund 1,1 Milliarden €."

 

So habe die S-Bahn die Zahl ihrer Fahrgäste seit der GmbH-Gründung um 30 Prozent steigern können, während das Streckennetz um 13 Prozent wuchs. Die Produktivität der Mitarbeiter erhöhte sich sogar um satte 60 Prozent! Erbrachten 1996 noch 4649 Mitarbeiter eine Verkehrsleistung von 2533 Mio Personenkilometer, so waren es 2004 nur noch 3849 mit 3054 Mio Pkm.

Wie sehr die Bedeutung der S-Bahn gewachsen ist, zeigt sich auch an der Zahl der Zeitkarten-Abonnenten: Waren es 1995 rund 30 000, so lag diese Zahl 2004 bereits bei 116 000, ein fast vierfacher Wert. Zur positiven Bilanz gehören auch solche Angaben: 84 Prozent der Berliner Bevölkerung sind zufrieden mit der S-Bahn, 8 Prozent machten keine Angaben und nur 8 Prozent zeigen sich mit ihr unzufrieden.

Übrigens fühlen sich 99 Prozent aller Fahrgäste tagsüber sicher in der S-Bahn, nach 20 Uhr sind es immer noch 70 Prozent.

 

Verkehrsvertrag mit Senat sichert die Zukunft der GmbH bis Ende 2017

Der im vergangenen Jahr mit dem Senat ausgehandelte Verkehrsvertrag sichert die Zukunft der S-Bahn Berlin GmbH bis Ende 2017. "Der Vertrag bewegt sich für beide Seiten am Rande des Möglichen. Einerseits ermöglicht er ein stabiles Verkehrsangebot, aber andererseits erzwingt er auf Grund der vereinbarten Rabatte eine beschleunigte Rationalisierung bei der S-Bahn.

Die Anpassung des Abfertigungsverfahrens bei der Berliner S-Bahn an internationale Standards führt zu einem geringeren Personalbedarf. Die Mitarbeiter wechseln auf andere Arbeitsplätze im Unternehmen oder erhalten Angebote im konzernweiten Arbeitsmarkt der Deutschen Bahn. Ein weiterer Teil scheidet altersbedingt aus. Auch im Werkstättenbereich und in der Verwaltung werden Rationalisierungspotenziale ausgeschöpft."

Die 15-jährige Laufzeit des Vertrages bietet die Chance, das Unternehmen wettbewerbsfähig zu machen. "Wenn 2013 die Nord-Süd-Strecken ausgeschrieben werden, dann ist es für die Fahrgäste von Vorteil, wenn das Verkehrsangebot weiter einheitlich aus einem Unternehmen kommt, das sich langfristig auf die Bedürfnisse der Menschen im öffentlichen Nahverkehr der Region eingestellt hat", so Günter Ruppert.

Seit 2004 ist die S-Bahn Berlin innerhalb des Deutsche Bahn- Konzerns der DB Stadtverkehr GmbH zugeordnet, zu der u.a. die S-Bahn Hamburg und 24 Busgesellschaften gehören.

Andreas P. Meyer, Vorsitzender der Geschäftsführung von DB Stadtverkehr: "Wir sind stolz auf die Leistungen der Mitarbeiter in Berlin. Die S-Bahn bildet das starke Rückgrat im Verkehrsraum Berlin – Brandenburg. In Kooperation mit der BVG und anderen Verkehrsunternehmen im VBB sind wir bestrebt, den Kunden optimale Angebote zu machen. Das ermöglicht die optimale Anpassung an Marktentwicklungen, um zum Beispiel an der Ausschreibung von Verkehren teilzunehmen und flexible Lösungen für Großveranstaltungen wie die WM 2006 zu finden."

Die DB Stadtverkehr GmbH setzt in der Zukunft auf Chancen, die sich aus der Öffnung der Verkehrsmärkte ergeben. Dabei sollen beispielsweise S-Bahn und das bahneigene Busunternehmen BEX noch enger kooperieren und zunehmend gemeinsam Marktchancen mit verkehrsmittelübergreifenden Mobilitätskonzepten nutzen. mpj

 

• 3750 Mitarbeiter

• 1,2 Millionen Fahrgäste werktags

• Gesamtfahrgastzahl 2004: 318,2 Millionen (1995: 244,7 Mio)

• durchschnittliche Reiseweite 9,6 km

• Streckennetz: 331 km (1995: 293 km, 1990 245 km)

• Bahnhöfe: 165 (1995: 147)

• 8 Kundenzentren

• 62 Fahrkartenausgaben

• 450 Fahrscheinautomaten

• etwa 2600 Zugfahrten werktags

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